Contentklau
Nachdem ich ja schon oft und viel dazu geschrieben habe, wie wichtig guter und einzigartiger Content ist, möchte ich mich heute mal mit der Kehrseite der Medallie beschäftigen.
Sobald man wirklich guten Content online hat, kommen sie: die Schmarotzer, die Neunmalklugen oder auch einfach die Unwissenden… und kopieren sich den Content (oft sogar 1:1).
Wie finde ich diese Plagiate?
- z.B. kann man ganze Sätze bei Google eingeben.
- oder man veröffentlicht in jedem Text ein (einmaliges) falsch geschriebens Wort
(wer kopiert, macht sich meist nicht mal die Arbeit, den Text wirklich zu lesen) - man kann automatische Suchen benutzen (die bekannteste ist da wohl copyscape.com)
Was tue ich gegen den Contentklau?
Natürlich ist das nicht gerade die feine englische Art, einfach Content von anderen Webseiten zu nehmen. Aber es gibt da immer noch ein sehr geringer Unrechtsbewußtsein. Viele meinen, alles was im Netz steht, darf man ungefragt auch weiterbenutzen. Dies ist natürlich nicht so.
- Man kann dagegen sogar mit Abmahnungen vorgehen - doch welche Erfolgschancen hat man?
- Kann man den Dieb wirklich dazu “verdonnern”, den Text wieder von der Webseite zu nehmen?
- Kann man Entschädigung oder ähnliches verlangen?
Tja, da muss man mit einem eindeutigen Jaein antworten.
So ärgerlich wie das Ganze ist, sobald die Webseite im Ausland liegt, hat man meist schon verloren. Hier kann mans mit ner netten Mail an den Betreiber bzw. den Hoster versuchen, ab und an soll es auch klappen.
In Deutschland kann man eine Klage wegen Verletzung der Urheberrechts anstrengen - allerdings muss man davor wirklich ersteinmal prüfen (lassen), ob die nötige “schöpferische Höhe” überhaupt vorhanden ist. Bevor ich also klage oder auch nur eine Abmahnung versende, sollte ich es doch erstmal versuchen, mit dem Menschen zu reden.
Denn auch wenn man Recht hat - heisst das in Deutschland noch lange nicht, dass man auch Recht bekommt.
Falls der nette Mensch, der den Content gestohlen hat, darauf nicht eingeht, sollte man sich genau überlegen, ob man gerichtlich dagegen vorgeht. Denn falls man es nicht genau beweisen kann, dass man den Content selbst und vor dem Beklagten erstellt hat, wird man wohl verlieren. Dann bleibt man zusätzlich noch auf einigen Kosten sitzen. Von der Zeit und den Nerven, die so ein Prozeß kostet, mal ganz abgesehen.
Für den Fall, das man wirklich vor Gericht gehen will, sollte man folgendes Beweismaterial haben:
- Texte in einen ungeöffneten Umschlag an sich selbst geschickt oder
- Ausdrucke von Archive.org (allerdings werden die nicht unbedingt anerkannt) oder
- Texte beim Anwalt/Notar hinterlegt
Wobei ich selbst wenn ich alle drei Möglichkeiten für diesen Content hätte, es wohl trotzdem sein lassen würde - man weiss nicht, ob das Gericht es doch nicht anders sieht.
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Am Besten wäre das Vermeiden von Diebstahl - nur wie man das Bewerkstelligen soll, da bin ich überfragt. Falls ihr eine Idee dazu habt: als her damit.