Nofollow - Sinn oder Unsinn?

Zu allererst sollte man wissen, was Nofollow eigentlich bedeutet:

Man kann Links auf andere Webseiten setzen - diese können dann durch einen Klick auf diesen Link besucht werden. Nun bekämen diese Webseiten auch etwas Power (in Form von PR und eventuell ein paar Plätzchen in den Serps) ab.

Wenn ich jedoch diesen Link nur für meine Besucher - aber nicht für die Suchmaschinen - interessant machen möchte, mache ich einfach ein rel=”nofollow” mit rein.

Schon ist der Link für Suchmaschinen uninteressant.

Soweit die Theorie.

In der Praxis, glaube ich, sind nofollow-Links trotzdem schon noch etwas wert. Ok, man nimmt der Power einen Großteil ab. Jedoch ganz wertlos sind sie nicht.

Jedoch sollten sich gerade Blogger klar darüber sein, das nofollow das Ende der Blogs bedeuten würde. Denn, setze ich einen Link (z.B. in Kommentaren) auf nofollow, distanziere ich mich eigentlich von dem Geschriebenen.

Deshalb würde ich - bis auf wenige Ausnahmen - immer ohne nofollow arbeiten.

Die Gründe gegen nofollow:

  • nofollow verhindert den Kommentarspam nicht
  • nofollow ist semantisch unkorrekt
  • nofollow zerstört Verbindungen zwischen Websites
  • nofollow ist nur nützlich für Suchmaschinen, nicht aber für Menschen
  • nofollow könnte genutzt werden um Websites auszusperren
  • nofollow diskriminiert reguläre Benutzer als Spammer
  • nofollow nimmt Kommentatoren die verdiente Aufmerksamkeit
  • nofollow könnte genutzt werden um Weblogs zu diskriminieren
  • nofollow hindert das Web daran, ein Netz zu sein
  • nofollow unterbindet die Verbreitung von freier Meinungsäußerung
  • nofollow wurde im Stillen entwickelt, und nur Suchmaschinenbetreiber waren an der Diskussion beteilig

(diese tolle Liste habe ich mir bei nofollow.net ausgeliehen)

Die Ziele warum nofollow eigentlich erfunden wurde, sind somit nicht eingetreten.
Der einzige wirkungsvolle Schutz gegen Spam ist das Auslesen per Hand. Wem das zuviel Arbeit ist, der schaltet die Kommentarfunktion am Besten komplett aus. Oder setzt die Recht so hoch, daß man nur im angemeldeten Zustand Kommentar schreiben kann.

Doch, so ein Blog lebt von den Diskussionen und das vorherige Anmelden würde wahrscheinlich wieder einige, die vielleicht wirklich interessantes zu sagen hätten, verjagen.

Birgit

1 Kommentar »

  1. Stefan Said,

    27. September, 2007 @ 22:57

    Eine wirklich gute Beschreibung. Die Idee an sich ist gut, und der Sinn von nofollow ist auch nachzuvollziehen, zumindest den, welchen Suchmaschinen darin sehen. Jedoch sehe ich zur Zeit schon einen starken Missbrauch in der Verwendung von nofollow’s,
    denn ist jeder der einen Kommentar in Gästebüchern, Foren und Blogs abgibt gleich ein Spammer?

    Diese Funktion sollte genutzt werden um Seiten nicht zu stärken die einzig und allein auf ihr Sex-Produkt aufmerksam machen wollen. Aber das würde dem Blog-, Foren- oder Gästebuchadminstrator wieder Arbeit machen, also wird alles als Spam beschrien. Jeder ach so wertvolle Beitrag, jede Hilfestellung oder Ergänzung wird damit einfach nur misskreditiert.

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