Drupal vs. Wordpress

Als großer Wordpress-Anhänger habe ich mich jetzt das erste Mal an Drupal gewagt.

Mein erster Eindruck: da geht ganz schön was. :-) Drupal macht einiges mehr möglich, als Wordpress - allerdings muss man dazu auch erstmal richtig tief in die Materie einsteigen. Habe jetzt Drupal ca. 8 Wochen installiert - und langsam schaut das nach Webseite aus. Ok, ich hab ja auch nicht dauernd Zeit mich um das neue Projekt zu kümmern.

Aber wenn ich alles zusammenzähle, bin ich jetzt wohl schon ca. 50 - 60 Stunden am Schrauben, Probieren und im Forum lesen. Langsam kann ich so einfache Sachen, die Wordpress automatisch macht, einfügen. Bei Wordpress war ich nach ca. 1 Stunde soweit, dass die Seite online gehen konnte - und nach knapp einer Woche (10 - 15 Stunden) war es fertig.

Bei Drupal hat mich z.B. komplett irritiert, dass ich jede Seite extra noch in die Sidebar (wie heißt das eigentlich bei Drupal?) einfügen muss… eine “eingebaute Automatik”, wie es sie bei Wordpress gibt, ist hier wohl nicht möglich.

Bei Wordpress hat man auch einiges mehr an Themes (Designs), Drupal holt hier zwar auf - aber so die große Auswahl findet sich noch nicht.

Drupal hat dafür unmengen an Zusatzprogrämmchen - hier lässt sich fast alles einrichten. Leider gibt es viele Anleitungen nur auf Englisch und für manche Funktionen muss man gleich mehrere dieser Programme installieren. So richtig durchsichtig ist es wohl auch nicht. Wenn ich die Anleitungen lese, wie ich Drupal z.B. dazu bekomme, seotauglich zu werden (Metatags, Titel, ect.) … wird mir ganz schwindelig. Bei Wordpress geht das mit einem Plugin.

Dafür finde ich schaut Drupal schon sehr profesionell aus, man kann einiges mehr damit machen …. aber da vergleiche ich jetzt vielleicht auch Äpfel mit Birnen… denn Wordpress ist ja im Normalfall eine Blogsoftware. Auch wenn ich sie meist als Webseite benutze.

Ob nun Drupal besser oder schlechter ist, kann ich so noch nicht sagen - ich glaube auch, das man das nie sagen kann.

Für kleinere Projekte würde ich auf alle Fälle auf Wordpress zurückgreifen. Soll es aber ein großes Projekt - mit verschiedenen interaktiven Zusatzprogrammen sein - ist wohl Drupal die richtige Wahl.

Wer keine Zeit oder keine Lust hat, kann sich sowas auch aufsetzen lassen - allerdings braucht man dazu die richtige Brieftasche.

Mein Fazit: für große Webseiten mit vielen verschiedenen Funktionen ist wohl eher Drupal geeignet - kleinere oder “nur” Content-Seiten dann doch lieber mit Wordpress. Aber im Endeffekt ist es wieder, wie sovieles, reine Geschmackssache.

 

 

15 Kommentare »

  1. Patrick Ahlbrecht Said,

    28. Oktober, 2008 @ 13:25

    Das was bei Wordpress die Sidebar ist, entspricht bei Drupal wohl am ehestem einem Block, oder besser: einer Sammlung von Blöcken. Einen Block kann man wohl am besten als Container für eine funktionale Einheit bezeichnen, der sich (mehr oder weniger) frei auf der ganzen Seite platzieren lässt.

    Was man tunlichst unterlassen sollte ist, Seiten manuell irgendwo einzufügen (es sei denn, es handelt sich um Spezialseiten wie z.B. das Impressum). Das geht völlig am Sinn eines CMS vorbei. Will man Seiten hierarchisch strukturieren, nimmt man am Besten das “Book” Modul zu Hilfe. Seiten, die in Bücher gegliedert sind (witzige Bemerkung am Rand: Der Typ einer Seite muss nicht “book” lauten, damit er eingegliedert werden kann), haben automatisch einen Link “untergeordnete Seite hinzufügen” und auf diese Art und Weise erzeugte Seiten werden auch autom. korrekt in die Navigation übernommen.
    Will man, wie für Blogs üblich, lieber nach Kategorie navigieren, dann ist das Taxonomie Modul das Richtige Werkzeug. Hier legt man prinzipiell zunächst ein Vokabular an, welches nichts weiter als ein Container für Begriffe ist. Die Begriffe des Vokabulars lassen sich dann mit den Contentseiten verknüpfen. Auch hierbei wird die Navigation automatisch aufgebaut. Tip: Für Tagclouds kann das Model “Tagadellic” verwendet werden.

  2. biggi_010 Said,

    29. Oktober, 2008 @ 20:22

    Hi Patrick,
    danke für deine Ausführungen. Leider bin ich irgendwo zwischen Book und Taxonomie Modul ausgestiegen.

    Das Problem hatte ich bei meinen Versuchen auch: irgendwie “hüpfte” keine der angelegten Seiten automatisch in die Sidebar. Das irritierte mich total - und hat mich schliesslich wieder zu Wordpress zurückgebracht.

    Echt schade, dass der Einstieg bei Drupal so kompliziert ist. Ok, Wordpress kann man auch aufbohren und einiges ändern - aber das Ding läuft sofort nach Installation.

    Bei Drupal hab ich nach der Installation nicht wirklich was, dass man schon als “laufende Webseite” bezeichnen kann.

    Naja, irgendwann werde ich bestimmt einen zweiten Anlauf versuchen… im Moment hab ich für solche Spielereien und Versuche leider viel zu wenig Zeit.

    Biggi

  3. Patrick Ahlbrecht Said,

    30. Oktober, 2008 @ 20:23

    Man muss natürlich sagen, dass Drupal einen völlig anderen Anspruch hat als Wordpress. Wordpress ist in erster Linie auf Blogs zugeschnitten. Drupal nimmt man, wenn man Portale aufbauen möchte. Da ist ein wesentlich höheres Technikverständnis bereits Grundvoraussetzung (obwohl ich zugeben muss, dass ich die Drupal Doku auch nicht für das Gelbe vom Ei halte).

    Das du nach der Installation noch nichts hast, was man als “laufende Website” bezeichnen kann ist nicht verwunderlich. Der Name “Drupal” leitet sich von “(Wasser)tropfen” ab und soll die vielseitige Einsatzmöglichkeit dieses CMS verdeutlichen. Bei Wordpress ist bei der Installation eigentlich schon klar, dass die Website ein Blog werden soll (auch wenn WP mehr kann). Dementsprechend sind die Voreinstellungen. Bei Drupal hingegen ist man nicht auf einen bestimmten Einsatzzweck festgelegt, woraus zwangsläufig folgt, dass es nach der Installation erstmal unfertig aussieht (bzw. ist).

    Zu deinem “Hüpfen in die Sidebar” Problem: Bei Drupal hast du in dem Sinne keine Sidebar. In einer jungfräulichen Installation gibt es lediglich einen Block mit dem persönlichem Navigationsmenu des eingelogten Benutzers. In den springt normalerweise überhaupt nichts rein (soll es auch gar nicht). Für die Navigation durch den Content deiner Site sind andere Blöcke zuständig. Im einfachstem Fall der “Buchnavigation” Block (zu finden unter Adminstrieren|Blöcke|Buchnavigation).

  4. biggi_010 Said,

    4. November, 2008 @ 20:43

    Hallo,
    ich merke schon Drupal sollte ich mir nochmal genauer anschauen.

    Aber wenn es keine vernünftige Doku gibt (was ich als Anfänger auch schon gemerkt habe), wie soll ich dann damit klarkommen?

    Hätte Drupal gerne für mein neues Projekt genommen - ganz einfach, weil ich innerhalb von 2 Tagen des Versuchens gemerkt habe, dass Drupal um einiges mehr kann, als ich bis jetzt verstanden habe.

    Nur jedesmal wenn ich nach einem passenden Block gesucht habe, stand ich vor englischen Infoseiten.

    Es ist einfach für einen Otto-Normal-Seitenersteller fast nicht zu kapieren. Da war Wordpress um einiges leichter.

    :-))

    DANKE für deine Ausführungen… vielleicht helfen sie ja dem ein oder anderen (genauso wie mir) auch weiter.

    Biggi

  5. Patrick Ahlbrecht Said,

    5. November, 2008 @ 14:41

    Naja … englisch ist natürlich die Fachsprache des Netzes und die sollte man schon beherrschen, wenns um die Tiefen der Technik geht. Trotzdem steht man natürlich nicht völlig im Regen, wenn man der Sprache nicht mächtig ist. Bei vielen großen Open Source Projekten ist es üblich, dass sich auch deutschsprachige Communities bilden. Im Falle von Drupal z.B. hier:

    http://www.drupalcenter.de/

  6. biggi_010 Said,

    6. November, 2008 @ 13:27

    Danke - du hast natürlich recht. Englisch ist wirklich unverzichtbar im Netz. Ich verstehe mittlerweile echt schon einiges - aber spätestens bei Fachbegriffen oder programmiertechnischen Sachen setzt es aus.

    Wenn mir das jemand vor 25 Jahren erzählt hätte - hätte ich wohl in der Schule besser aufgepasst… aber damals fand ich englisch unnötig und langweilig. :-(

    DANKE - die Addi kannte ich schon (allerdings ist da noch lange nicht alles übersetzt) … aber ich lasse sie gerne für meine Leser stehen.

    Biggi

  7. Joe Penny Said,

    8. April, 2009 @ 21:18

    Wie schon angesprochen wurde: Drupal ist zwar mächtiger, das liegt aber ganz einfach daran, das es auch einen anderen Zweck erfüllen soll. Nämlich Portale aufbauen und nicht - verhältnismäßig simple - Blogs.
    Meine Kollegin verwendet Drupal fürs Intranet und lernt immer noch, nach einem Jahr Nutzung. Soviel dazu. ;-)
    Aber wenn mans mal beherrscht, ists offenbar recht gut! Viel Spass damit! :-)

  8. Robert F Said,

    17. September, 2009 @ 13:20

    Puuhhh, Drupal ist schon sehr mächtig, aber ich habe mal im Showroom von Drupal gestöbert, und muss sagen: Kein vergleich zu Wordpress, es geht halt in eine andere richtung.. Joomla hatte ich ja schon zum “laufen” bekommen, aber an Drupal hab ich mich noch nicht versucht.

  9. Nick Said,

    28. November, 2009 @ 14:28

    ich glaub da kann man getrost bei wp bleiben…ich bin per suchmaschine hier gelandet, weil ich vllt auch umsteigen wollte…aber danke, nu net mehr

  10. Zweipunkt Marketing Said,

    7. Januar, 2010 @ 14:13

    Hallo Biggi,

    hört sich an, als ob Drupal eher mit Joomla vergleichbar ist oder täusche ich mich da? Wo siehst du konkret die Vorteile von Drupal gegenüber Wordpress, bzw. Joomla? Beide sind ja ziemlich fix installiert bzw. eingerichtet und werden auch mittlerweile gut unterstützt mit einer aktiven Community usw.

    Viele Grüße,
    Otto

  11. nietsch Said,

    28. Januar, 2010 @ 15:39

    ich finde Wordpress besser da Drupal einfach unübersichtlich ist. Und man sich wirklich in die Materie einarbeiten muss um wirklich zu verstehen welche Funktionen welchen Zweck erfüllen. Interessant würde jedoch ein Vergleich mit Typo 3 sein. Ist auch kompliziert aber da gibt es von Gallileo Press interessante Video Anleitungen.

  12. Allgäuer Said,

    29. Januar, 2010 @ 08:53

    Der Titel Drupal vs. Wordpress ist vielleicht etwas ungünstig gewählt.
    Wordpress ist von Haus aus ein Blog System und Drupal ein CMS mit guten Community Funktionen.
    Wenn es sich um ein reines Blog handelt, dann würde ich Wordpress empfehlen, bei einem CMS oder einer Community kommt bei mir immer ohne jeden Zweifel Drupal in Frage.

  13. biggi_010 Said,

    29. Januar, 2010 @ 09:35

    Hi Allgäuer,

    ja - da magst du schon recht haben…. aber nachdem ich Wordpress schon häufiger nicht als Blog eingesetzt habe - und das recht locker geht….

    Ich finde halt, wenn man so eine Software anbietet und es dann soooo kompliziert macht, dass man nach Tagen immer noch keine laufende Seite hat (von den Anpassungen ganz zu schweigen) ….

    Klaro, kann man mit Drupal einiges machen - aber nur, wenn man auch weiss wie …. denn richtig gute Anleitungen (die dann auch funktionieren) hab ich selten gefunden.

    … und wenn, dann nur in englisch ….. :-( (

  14. Allgäuer Said,

    29. Januar, 2010 @ 11:17

    Laufende Seite ist relativ :-)
    Ein CMS mit den Core Modulen entsteht ja recht schnell, auch mit geringen Kenntnissen. Wer sich jedoch etwas intensiver mit Drupal beschäftigt, der wird schon bald die vielen wunderbaren Möglichkeiten nicht mehr missen wollen. Die Lernstufe ist höher als bei WP, aber es lohnt sich wirklich.
    Wie schon erwähnt, es kommt natürlich immer auf die Wünsche an, was man alles benötigt. Ich habe auch schon Wordpress als CMS eingesetzt. Das funktioniert für normale kleine Websites recht gut.
    Leider sind die guten Drupal Tutorials meist in englisch, aber es gibt auch viele auf deutsch, und es werden immer mehr, da die deutsche Drupal Community immer weiter wächst.

  15. Daniel Said,

    17. Juni, 2010 @ 17:26

    Drupal ist schönes CMS. Wer etwas vom Programmieren versteht wird dies auch bestätigen den der Code ist einfach toll.
    SEO Technisch ist allerdings Wordpress im gegensatz zu Drupal besser. Warum auch immer. Die meisten Webseiten werden als Wordpress installtion besser gehandelt. So bislang meine einschätzung.

    Falls man komplexe dinge vor hat wie z.B. Community empfehle ich lieber auf Drupal zu nutzen.

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